Du hast zwei, drei Angebote für deine neue Website vor dir liegen. Eins kostet 900 €, eins 3.800 €, eins 6.500 €. Und irgendwie steht überall „Website“ drauf.
Das ist der Moment, in dem viele Selbstständige entweder das günstigste nehmen – oder gar keins, weil sie nicht wissen, worauf sie achten sollen. Beides ist schade. Denn die Preise sind selten willkürlich. Sie beschreiben nur sehr unterschiedliche Dinge.
In diesem Artikel zeige ich dir, woran du ein gutes Webdesign-Angebot erkennst, welche Warnsignale du ernst nehmen solltest und welche Fragen du stellen kannst, bevor du unterschreibst. Am Ende findest du eine Checkliste zum Abhaken.
Warum Angebote so unterschiedlich aussehen
Ein Webdesign-Angebot ist keine Preisliste für ein fertiges Produkt. Es ist eine Beschreibung von Arbeit, die noch nicht passiert ist. Und genau da liegt das Problem: Jeder Anbieter versteht unter „Website“ etwas anderes.
Für den einen heißt das: Vorlage auswählen, deine Texte einsetzen, fertig. Für den anderen beginnt die Arbeit mit der Frage, wer deine Kunden eigentlich sind und was sie auf deiner Seite finden müssen, damit sie dich anfragen.
Wenn du Angebote vergleichst, vergleichst du also nicht Preise. Du vergleichst, wie viel Denkarbeit jemand für dich übernimmt.
Was in ein gutes Angebot gehört
1. Ein klar beschriebener Leistungsumfang
Wie viele Seiten? Welche Seiten genau? Gibt es einen Blog, ein Kontaktformular, eine Terminbuchung? Je konkreter, desto besser. „Website inkl. Unterseiten“ ist keine Beschreibung.
2. Wer die Texte macht
Das ist der Punkt, an dem die meisten Projekte ins Stocken geraten. Schreibst du die Texte selbst? Werden sie überarbeitet? Strukturiert? Ein gutes Angebot sagt das klar – denn Texte sind oft der größte Zeitfresser.
3. Struktur und Konzept
Wird vor dem Design geklärt, welche Inhalte auf welche Seite gehören und welchen Weg ein Besucher nehmen soll? Wenn das fehlt, wird später am Design herumgedoktert, obwohl das eigentliche Problem die Struktur ist.
4. Anzahl der Korrekturschleifen
Wie oft kannst du Änderungen wünschen, bevor es extra kostet? Zwei Korrekturschleifen pro Phase sind üblich und fair. „Unbegrenzte Korrekturen“ klingt gut, führt aber oft zu Projekten, die nie fertig werden.
5. Technik und Plattform
Auf welchem System wird die Website gebaut? Kannst du sie danach selbst pflegen? Bekommst du eine Einführung? Und wer hat die Zugänge – du oder der Anbieter?
6. Nutzungsrechte
Gehören dir das Logo, die Grafiken und die Website am Ende? Das sollte schriftlich stehen. Gerade bei Logos und Bildern ist das wichtiger, als viele denken.
7. Laufende Kosten
Hosting, Domain, Plattform-Gebühren, Pflege. Ein gutes Angebot nennt die Kosten, die nach dem Launch kommen – auch wenn sie nicht beim Anbieter selbst anfallen.
8. Zeitplan und Zahlungsplan
Wann geht es los, wann ist die Website online, und wann zahlst du was? Eine Anzahlung zu Projektbeginn ist normal. Die volle Summe vorab eher nicht.
Warnsignale, die du ernst nehmen solltest
Ein Pauschalpreis ohne Leistungsbeschreibung. Wenn du nicht nachlesen kannst, was im Preis steckt, kannst du später auch nichts einfordern.
„Website ab 299 €“. Das ist möglich – aber dann bekommst du eine Vorlage mit deinen Texten. Keine Beratung, kein Konzept, keine Struktur. Für manche reicht das. Für eine Website, die Anfragen bringen soll, meist nicht.
Kein Gespräch vor dem Angebot. Wer dir ein Angebot schickt, ohne zu wissen, was du anbietest und für wen, rät. Und Raten wird später teuer.
Unklare Zuständigkeiten bei Texten und Bildern. Wenn das nicht geklärt ist, wartet das Projekt irgendwann auf dich – und keiner hat es gemerkt.
Die Zugänge bleiben beim Anbieter. Deine Website, deine Domain, deine Zugänge. Immer.
Fragen, die du stellen kannst
Du musst kein Profi sein, um Angebote gut zu vergleichen. Diese Fragen helfen:
Wie läuft das Projekt ab – vom ersten Gespräch bis zum Launch?
Wer schreibt oder überarbeitet die Texte?
Was passiert, wenn ich mit dem ersten Entwurf nicht zufrieden bin?
Kann ich die Website danach selbst pflegen?
Welche Kosten kommen nach dem Launch auf mich zu?
Kann ich Projekte sehen, die du für ähnliche Kunden gemacht hast?
Wie jemand auf diese Fragen antwortet, sagt oft mehr als das Angebot selbst.
Wie ich das bei pixelversteher mache
Ich schreibe kein Angebot ins Blaue. Nach einem kostenlosen 15-Minuten-Kennenlernen gibt es eine Klärungsstunde: Wir schauen gemeinsam auf dein Angebot, deine Zielgruppe und das, was deine Website leisten soll. Die Klärungsstunde kostet 100 € und wird bei Auftrag voll verrechnet.
Erst danach bekommst du ein konkretes Angebot – mit Leistungsumfang, Zeitplan und festen Meilensteinen. Eine klare Squarespace-Website startet bei rund 1.500 €, die meisten Projekte mit Positionierung und Markenentwicklung liegen zwischen 3.000 und 6.000 €. Was Webdesign in Leipzig allgemein kostet, habe ich hier ausführlich aufgeschrieben.
Ich mache das so, weil ein Angebot ohne Klärung nur eine Schätzung ist. Und weil du nach der Klärungsstunde auch dann weiterkommst, wenn wir am Ende nicht zusammenarbeiten.
Checkliste: Ist das Angebot gut?
Der Leistungsumfang ist konkret beschrieben (Seiten, Funktionen)
Es ist klar, wer die Texte schreibt oder überarbeitet
Struktur und Konzept kommen vor dem Design
Die Anzahl der Korrekturschleifen ist festgelegt
Ich weiß, auf welcher Plattform gebaut wird und ob ich selbst pflegen kann
Die Nutzungsrechte an Logo, Grafiken und Website liegen bei mir
Laufende Kosten nach dem Launch sind genannt
Zeitplan und Zahlungsplan sind klar
Vor dem Angebot gab es ein echtes Gespräch über mein Business
Ich habe vergleichbare Projekte des Anbieters gesehen
Wenn du bei einem Angebot mehr als drei Punkte nicht abhaken kannst, frag nach. Ein guter Anbieter freut sich über die Fragen.
Fazit
Das günstigste Angebot ist selten das billigste – und das teuerste nicht automatisch das beste. Entscheidend ist, ob du verstehst, was du bekommst. Ein gutes Angebot beantwortet deine Fragen, bevor du sie stellst.
Du hast Angebote auf dem Tisch und bist unsicher? Buch dir ein 15-Minuten-Gespräch – wir schauen gemeinsam drauf.